Gehörst du zu den Introvertierten und hast das Gefühl, dass du niemals so erfolgreich wie Extrovertierte sein kannst? Hält dich diese Ansicht von deinen Änderungswünschen ab? Auch bei diesem Thema gibt es kein schwarz oder weiß. Beide Persönlichkeiten haben Vor- und Nachteile – und zudem ist niemand komplett introvertiert oder extrovertiert.
Introvertiertheit gleich Schüchternheit?
Oft wird behauptet, dass Introvertierte schüchtern seien. Das muss jedoch nicht unbedingt sein. Häufig entwickelt sich bei introvertierten Personen im Laufe des jungen Lebens Schüchternheit. Sie entsteht, weil Introvertierte viel Kritik und missbilligende Bemerkungen bekommen. Eben weil sie Zeit mit sich allein brauchen und nicht gerne im Rampenlicht stehen.
Introvertierte ziehen Energie aus dem Alleinsein und aus sich selbst. Sie brauchen Zeit mit sich allein, um zur Ruhe zu kommen und neue Energie tanken zu können.
Oft denken Introvertierte lange über Dinge nach, bevor sie sprechen oder handeln. Das führt dazu, dass ihre Entscheidungen oft gut durchdacht sind. Erfolg ist für sie in der Regel das Ergebnis harter Arbeit, Fokussierung und tiefen Nachdenkens.
Bekannte introvertierte Erfolgspersönlichkeiten:
- Albert Einstein: Der weltberühmte Physiker war bekannt dafür, viel Zeit mit seinen Gedanken zu verbringen und die Welt in Ruhe zu analysieren.
- Bill Gates: Der Microsoft-Gründer gilt als nachdenklicher, strategischer Denker, der Innovation durch logisches Denken vorangetrieben hat.
- J.K. Rowling: Die Harry-Potter-Autorin zog sich während des Schreibprozesses oft zurück und nutzte ihre Fantasie als Kraftquelle.
Vorteile von Introvertierten:
- Tiefgehendes Denken: Sie reflektieren mehr und treffen dadurch oft bessere Entscheidungen.
- Kreativität: Viele kreative Künstler und Denker sind introvertiert, weil sie in Ruhe über neue Ideen nachdenken.
- Selbstständigkeit: Introvertierte können gut allein arbeiten, was in vielen Berufsfeldern von Vorteil ist.
- Gute Zuhörer: Sie nehmen sich Zeit, andere zu verstehen, was sie oft zu besseren Führungskräften macht.
Nachteile von Introvertierten:
- Schwierigkeiten im Networking: Beziehungen aufzubauen fällt ihnen schwerer als Extrovertierten.
- Geringere Sichtbarkeit: Sie neigen dazu, sich im Hintergrund zu halten, anstatt ihre Erfolge laut zu verkünden.
- Soziale Erschöpfung: Zu viele soziale Interaktionen können sie schnell auslaugen.
- Zurückhaltung bei Entscheidungen: Sie können zögern, wenn schnelles Handeln gefragt ist.
Erfolg durch Extrovertiertheit
Extrovertierte Menschen ziehen ihre Energie aus sozialen Interaktionen. Sie sind gesellig, kontaktfreudig und lieben es, sich mit anderen auszutauschen. Erfolg kommt für sie oft durch Networking, Präsenz und die Fähigkeit, andere zu begeistern. Extrovertierte ziehen ihre Energie aus der Außenwelt. Für sie ist das Alleinsein eher mit Unruhe verbunden.
Bekannte extrovertierte Erfolgspersönlichkeiten:
- Oprah Winfrey: Die Talkshow-Queen hat durch ihre offene, kommunikative Art Millionen Menschen erreicht.
- Steve Jobs: Auch wenn er als anspruchsvoll galt, war er ein Meister der Kommunikation und Präsentation.
- Barack Obama: Seine Fähigkeit, Menschen mit Worten zu inspirieren, machte ihn zu einem der einflussreichsten Präsidenten der USA.
Vorteile von Extrovertierten:
- Starke Kommunikationsfähigkeiten: Sie können leicht Kontakte knüpfen und andere begeistern.
- Sichtbarkeit: Sie präsentieren sich selbstbewusst und fallen dadurch mehr auf.
- Flexibilität: Sie passen sich schnell an neue Situationen an und sind offen für Veränderungen.
- Teamfähigkeit: Sie arbeiten gut mit anderen zusammen und sind oft gute Führer.
Nachteile von Extrovertierten:
- Oberflächlichkeit: Manche Extrovertierte handeln zu impulsiv, ohne Dinge tief zu durchdenken.
- Abhängigkeit von sozialen Interaktionen: Sie brauchen oft die Bestätigung anderer und können schlecht allein arbeiten.
- Reden statt Handeln: Manche Extrovertierte sprechen viel, setzen aber weniger um.
- Reizüberflutung: Zu viele Aktivitäten auf einmal können sie unkonzentriert machen.
Wer ist erfolgreicher?
Obwohl Extrovertierte oft im Rampenlicht stehen und ihre Erfolge sichtbarer sind, haben auch Introvertierte enorme Erfolge erzielt. Erfolg hängt nicht nur von der Persönlichkeit ab, sondern auch von der Art des Berufes, der Arbeitsweise und den individuellen Stärken.
Nun gibt es nicht den Menschen, der zu 100 Prozent extrovertiert oder introvertiert ist. Als introvertierte Person trägst du auch extrovertierte Anteile in dir und umgekehrt haben Extrovertierte auch introvertierte Anteile. Sind beide Anteile in etwa gleich stark vertreten, ist von ambivertierten Menschen die Rede. Sie zeichnen sich in der Regel über eine hohe Flexibilität aus.
Studie über die Gehirnfunktionen von Introvertierten und Extrovertierten
Wie eine Studie der Universität Iowa zeigte, funktionieren die Gehirne von Extrovertierten und Introvertierten unterschiedlich auf äußere Reize. Extrovertierte Menschen mögen äußere Reize und sie benötigen sie auch in gewissem Maße. Dagegen sind introvertierte Personen schnell von Außenreizen überwältigt. Sie gehen einer möglichen Reizüberflutung lieber aus dem Weg.
Bei Introvertierten ist das Maß der inneren Anregung bereits ausreichend vorhanden. Wie die Wissenschaftler erklären, produzieren deren Gehirne selbst bei Entspannung genügend Reize, sodass sie ihren Fokus eher in ihre eigene Gefühls- und Gedankenwelt richten. Äußere Reize können deshalb schnell zu viel werden. Extrovertierte haben von Natur aus weniger innere Reize, sodass sie ihre Aufmerksamkeit gerne nach Außen richten.
Des Weiteren konnten die Forscher herausfinden, dass die Hirnbereiche für Planung, Problemlösung und Erinnerung bei Introvertierten besser durchblutet und aktiver sind. Bei Extrovertierten sind die Gehirnareale aktiver, die für sensorische Vorgänge erforderlich sind.
Kannst als introvertierte Person extrovertierter werden?
Dazu findest du im Internet zig Beiträge – die du am besten völlig ignorierst. Würdest du versuchen, extrovertierter zu werden, müsstest du dich sehr verbiegen. Und das tut nie gut.
Im Berufsleben gehen introvertierte Menschen schnell unter, weil das Sagen meistens die Lauten haben. Da nun Diversity immer größer geschrieben wird, verändert sich allmählich auch in den Personalabteilungen etwas. Ein erfolgreiches Team sollte sowohl aus extrovertierten als auch aus introvertierten Personen bestehen. Beide können sich hervorragend ergänzen.
Fazit
Es gibt keinen eindeutigen Gewinner im Rennen um Erfolg. Introvertierte und Extrovertierte haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, die in verschiedenen Bereichen vorteilhaft sein können. Wichtig ist, dass du deine eigenen Stärken erkennst und sie gezielt einsetzt. Bist du introvertiert? Nutze deine Fähigkeit zum tiefen Denken, um durch Wissen und Strategie erfolgreich zu sein. Bist du extrovertiert? Setze deine Kommunikationsstärke ein, um Menschen zu begeistern und Netzwerke aufzubauen. Egal ob introvertiert oder extrovertiert – du kannst auf deine eigene Weise erfolgreich sein!
Falls du Unterstützung benötigst, um als introvertierte Persönlichkeit deine Stärken zu erkennen: Ich gehe gerne ein Stück deines Weges mit dir. Buche ein kostenloses Erstgespräch, damit wir uns kennenlernen können.
